Solarthermie oder PV?

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Stefan
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Solarthermie oder PV?

Beitrag von Stefan » Mi 10. Apr 2019, 18:04

Bis vor ein paar Jahren wäre diese Frage unnötig gewesen,
PV hat sich ja nur mit hoher Einspeisevergütung wirtschaftlich darstellen lassen, von Inselanlagen auf der Wochenendhütte mal abgesehen.

Inzwischen liegen die Kosten für PV- Strom aber bei ca. 6 Cent / kWh, berechnet auf eine 9,9 kWp Anlage, ohne Eigenleistung installiert, versichert, mit Rücklage für Defekte am Wechselrichter und einer Abschreibung auf 20 Jahre.

Damit wird es schon wirtschaftlich statt Kollektoren PV aufs Dach zu packen und das WW über den Sommer bedarfsgerecht über einen Heizstab zu erzeugen. Packt man noch ein paar Module dazu kann man mit minimalen Mehrkosten auch den Stromeigenbedarf mit erzeugen, die Gefriertruhe läuft dann mit Strom zu 6 statt zu 28 Cent.
Bleibt noch mehr übrig speist man das halt zu 11 Cent Vergütung ein.

Über den Winter sind die Erträge natürlich gering, aber da läuft bei den meisten von uns eh der HV und macht auch das warme Wasser. Was dann runter kommt reicht für den Eigenbedarf dann immer noch.

Und schafft man sich irgendwann doch ein E-Auto an kann man sich entscheiden ob man auch im Sommer gelegentlich für WW anfeuert und mit dem Auto zu 6 Cent kWh tankt oder lieber bequemer lebt.

Bitte nicht falsch verstehen, ich bin mit meiner Solarthermie wirklich glücklich, aber wenn mein Dach heute leer wäre würde ich es vermutlich mit PV voll machen. Selbst wenn ich dann mit deutlich mehr als 10 kWp ein paar Cent EEG Umlage auf den selbst verbrauchten Strom abführen müsste. Der ist dann trotzdem noch viel billiger wie der aus dem Netz...
Gruß vom Stefan (aka Hobbele ),
der auch ernst kann, wenn es mal gar nicht anders geht... ;)

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Mathias
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Mathias » Do 11. Apr 2019, 19:23

In der aktuellen Folge die Anstalt wird kurz darauf hingewiesen, daß in Bayern die Einspeisung von erneuerbaren Energien begrenzt wurde.

Ab nächstem Jahr soll diese Grenze erreicht werden, ab da ist neu einspeisen nicht mehr möglich.
Grüße
Mattes

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Hannes/ESBG
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Hannes/ESBG » Do 11. Apr 2019, 23:24

Also bei uns in A ist die Situation für neue PV Anlagen so, dass man vom Versorger denselben Energieeinspeisetarif kriegt wie man zahlt, bitte nicht zu früh lächeln, denn der nackte Energietarif ist (bei mir ) derzeit 7,55 cent/kWh, beim Bezug kommt aber noch einiges obendrauf so dass der Bezugsendpreis dann knapp 25 cent /kWh beträgt (alle Summen incl österreichischer Mwst)!

Und zur Milchmädchenamortisationsrechnung möchte ich noch folgendes hinzufügen, "mehr PV ist nicht mehr Ersparnis oder Anlagengewinn", sondern man sollte seinen Verbrauchsgang erst einmal ganz realistisch einschätzen bzw über ein Loggingsystem genau analysieren.
Denn ein normaler Haushalt (EFH) liegt mit einem durchschnittlichem Anschlussbemessungswert von 4 kW, um diesen Wert sozusagen "auszunutzen" müsste man etwa 35.000 kWh abnehmen (bei kontinuierlicem Bezug von 4 kw ), was allerdings völlig illusorisch ist.

Als realistisch ist bei einem großzügig elektrisch ausgestattetem Haushalt ein Jahresverbrauch von etwa 5 bis 8.000 kWh, wovon etwa 2/3 tagsüber bzw in der Zeit von etwa 6:00 bis 20:00 verbraucht werden, die PV Anlage liefert etwa von 9:00 bis 16:00 allerdings die meiste Leistung nur von etwa 10:30 bis 14:30 (für genauere Kurven bitte googeln)!

Somit wird sich eine 5 kWpeak PV wohl eher amortisieren als die schöne 10 oder mehr kWpeak Anlage!
Die derzeit so schön massiv beworbenen Speichersysteme sind wohl noch auf längere Zeit als "NICHT RENTABEL" zu bewerten.

Wenn man mehrere Kühl und Gefriergeräte oder Klimaanlagen betreibt, könnte man diese eventuell zu Spitzenlieferzeiten über entsprechende Steuergeräte extra laufen zu lassen (bei Gefriergeräten einfach den Tehermostat überbrücken, so dass der Schrank nicht bei -18 abschaltet sondern auf sagen wir -27°C kühlt), das setzt allerdings gute elektrotechnische Kenntnisse voraus und kann eventuell die Garantie-/ Gewährleistung der Geräte aushebeln!

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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Stefan » Fr 12. Apr 2019, 00:25

Hannes/ESBG hat geschrieben:Somit wird sich eine 5 kWpeak PV wohl eher amortisieren als die schöne 10 oder mehr kWpeak Anlage!
Stimmt so aktuell für AT, bei 7,5 Cent ist das einspeisen weniger attraktiv als in DE zu 11 Cent / kWh.
Hannes/ESBG hat geschrieben:Die derzeit so schön massiv beworbenen Speichersysteme sind wohl noch auf längere Zeit als "NICHT RENTABEL" zu bewerten.
Die sind aktuell definitiv für Neuanlagen überhaupt nicht rentabel, rechnet sich hier in DE aber immerhin schon teilweise bei abgeschriebenen Anlagen die nach 20 Jahren aus der Einspeisevergütung fallen. Dann gibt es hier, falls man überhaupt noch einspeisen darf, meist ca. 2 Cent fürs kWh. Da wird dann ein kleiner Speicher der 2/3 des Jahres die Grundlast des Haushalts aus dem Ertrag der PV abdeckt schon attraktiv.
Hannes/ESBG hat geschrieben:bei Gefriergeräten einfach den Tehermostat überbrücken
Oder auf -23° einstellen und per 230V W- LAN Adapter oder Zeitschaltuhr nur von 10 bis 18 Uhr mit Strom versorgen. Hab das mal mit meinem Schrank getestet, bei dem reichen -19 um morgens um 10 noch -15 zu haben. Hat 2 Versuche gebraucht, beim ersten hat die ältere Batterie vom Froggit Logger bei diesen Temperaturen den Dienst verweigert.

Bleibt zu hoffen dass aus der E- Mobilität mittelfristig ausreichend auf 70% Kapazität runter gearbeitete Zellen anfallen die als stationäre Speicher noch für ne ganze Weile günstig gute Dienste leisten können.
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von 02pete » So 14. Apr 2019, 21:22

Hallo,
dies
Bleibt zu hoffen dass aus der E- Mobilität mittelfristig ausreichend auf 70% Kapazität runter gearbeitete Zellen anfallen die als stationäre Speicher noch für ne ganze Weile günstig gute Dienste leisten können.
eröffnet völlig neue Perspektiven. Wenn genügend Zellen zu einem akzeptablen Preis anfallen kann man sich ernsthafte Gedanken über obige Vorschläge machen.
MfG
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von friedrich » Mo 15. Apr 2019, 20:03

02pete hat geschrieben:Hallo,
dies
Bleibt zu hoffen dass aus der E- Mobilität mittelfristig ausreichend auf 70% Kapazität runter gearbeitete Zellen anfallen die als stationäre Speicher noch für ne ganze Weile günstig gute Dienste leisten können.
eröffnet völlig neue Perspektiven. Wenn genügend Zellen zu einem akzeptablen Preis anfallen kann man sich ernsthafte Gedanken über obige Vorschläge machen.
So ist es.
Deshalb immer voll am Strom bleiben und viele Kilometer fahren, damit die Zellen endlich als Stromspeicher einsetzbar sind.

Aber:
Laut den neuesten Aussagen von Elon halten die Zellen 500 000 bis 800 000 km. - vermutlich werde ich das nicht mehr erleben.... :shock:

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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von 02pete » Di 16. Apr 2019, 21:30

Hallo Friedrich,
diese Nachricht
Laut den neuesten Aussagen von Elon halten die Zellen 500 000 bis 800 000 km
ist ne Ansage die zum Nachdenken über Anschaffung eines Stromers anregt. Leider kann z. Zt. wohl niemand den Wahrheitsgehalt der Aussage überprüfen.
Und:
des Einen Freud - des Anderen Leid. Was den Autofahrer freut haut den PV Freak aufs Auge - wo bleiben die günstigen Zellen?
MfG
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Mathias » Mi 17. Apr 2019, 02:13

Erstmal abwarten, die nächsten Wahlen kommen bald und je nach dem wer gewinnt, ist das Klima problem dann nie da gewesen... siehe trump.
Grüße
Mattes

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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Mathias » Fr 19. Apr 2019, 08:37

Irgendwie ist das doch interessant, so vom Verständnis her.

Wie plant man so eine Anlage und was muss man beachten ?

Mal angenommen ich möchte meine 6000 kWh verbrauch im Jahr durch photovoltaik reduzieren.
Speichern... wäre vermutlich teuer.
Einspeisung... kompliziert.
Nur Collis z. B. mit Klimagerät im Sommer oder heizstab...
Grüße
Mattes

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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von friedrich » Fr 19. Apr 2019, 21:59

Wenn Du nicht einspeißen willst, dann mußt Du Dir eine Inselanlage bauen.
Ob sich das rechnet ist fraglich??

Ich kenne auch niemanden, der so eine Anlage betreibt.
Wenn man sich mit den Einspeißeregularien beschäftigt, dann ist das durchaus lösbar.
Dann macht das Ganze auch Sinn, denn man bekommt die Mehrwertsteuer das kompletten Anlagen-Kaufpreises vom Staat zurückerstattet.
Außerdem kann man jede Reperatur absetzen und auch z.B. einen neuen PC oder Drucker absetzen.

Meine Anlage mit 7,6 KWp macht etwa 300 bis 400 Euro Gewinn pro Jahr. (laut Finanzamt - Einnahmenüberschußrechnung)

Es werden mit der PV-Anlage ca. 7600 KWh/Jahr erzeugt;

Mein Gesamtverbrauch liegt bei ca. 3500 KWh/Jahr;
Mein Eigenverbrauch liegt bei ca. 1250 KWh/Jahr - Das ist der Strom aus der eigenen PV-Anlage - Das ist ein guter Wert...
Mein Bezugsstrom liegt bei ca. 2250 KWh/Jahr - Das ist relativ gering...

Ich muß also immer noch ca. 6350 KWh Strom einspeißen. (7600 kWh - 1250 KWh = 6350 KWh)

Das ist extrem viel, obwohl mein Eigenverbrauch eigentlich optimal ist.
Ich wüßte auch nicht, wie ich die 6350 KWh sinnvoll verwenden könnte.

Zumindet bisher gab es dafür keine Lösung.
Das war ja auch ein Grund für den Kauf eines E-Autos.
Damit hoffe ich den Einspeißeanteil zu verringern und den Eigenverbrauch zu steigern.
Das wird sicher auch klappen, allerdings besteht auch hier das Problem, daß ich dann möglichst am Tag bei Sonnenschien das E-Auto laden muß.
Wenn man jedoch am Tag mit dem Auto fährt, dann lädt man das Auto nachts und nachts hat man keinen Solarstrom.

Es ist also immer das gleiche Thema bei den erneuerbaren Energien.
Der Strom fällt an zur falschen Zeit am falschen Ort.

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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Stefan » Fr 19. Apr 2019, 22:10

Eigentlich ist da nichts kompliziert,
insbesondere wenn du eine geeignete Dachfläche hast.

So schnell wie möglich drauf was geht, bevor der 52 GW Deckel greift.

Dann verbrauchst du selber was du brauchst, das kostet dich das kW die 11 Cent entgangene Einspeisevergütung statt der 28 Cent aus dem Netz. Den Rest speist du für 11 Cent ein, damit zahle ich meine 99,8 kwp Anlage in guten 8 Jahren (Sogar ganz ohne Eigenverbrauch)

Speicher rechnet sich bisher nur für Anlagen die keine Einspeisevergütung mehr bekommen, bis das bei deiner so weit wäre gibt es sicher auch Lösungen.

Finanzierung ist aktuell auch normalerweise gar kein Problem, sollte mit 2% auf 10 Jahre machbar sein. In der Zeit ist die Anlage mindestens ein Nullsummenspiel wenn man den Eigenverbrauch einkalkuliert, danach spült sie jeden Monat ein paar Euro in die Haushaltskasse.

Funktioniert aber nur wenn du schnell bist, greift der 52 GW Deckel wird es deutlich schwieriger...
Gruß vom Stefan (aka Hobbele ),
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Mathias » Mo 29. Apr 2019, 12:28

Dachfläche ist zwar vorhanden, aber Ost/West.
Westen wäre komplett frei.
Südfassade wäre auch möglich.

Verbrauch liegt bei allen im Haus (sind 5 + Oma und Opa) bei rund 9000 kw/h pro Jahr.
Davon 5600-5800 für uns 5.

Was würde eine Anlage kosten und wie funktioniert das mit dem eigenverbrauch?
Schaltet der Wechselrichter um?
Geht das überhaupt, 2 Wohnungen zu versorgen?
Grüße
Mattes

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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von LuckyLuke » Mo 29. Apr 2019, 18:49

@Friedrich
Du bist doch zwztl. auch Rentner.
Wie ist denn das bei diesen Einkommen mit den KV- und PV-Beiträgen?
Die KV fragt ziemlich regelmäßig nach Zusatz-Einkommen, um davon die o.g. Beträge einzutreiben
und zwar in voller Höhe, also auch den AG-Beitrag.
Gruß
Alois
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von friedrich » Mo 29. Apr 2019, 21:17

LuckyLuke hat geschrieben:@Friedrich
Du bist doch zwztl. auch Rentner.
Wie ist denn das bei diesen Einkommen mit den KV- und PV-Beiträgen?
Die KV fragt ziemlich regelmäßig nach Zusatz-Einkommen, um davon die o.g. Beträge einzutreiben
und zwar in voller Höhe, also auch den AG-Beitrag.
Hallo Alois,

Das ist ja einmal eine interessante Frage, die mich auch schon mehrfach bewegt hat. :)
Fakten:
Generell mußt Du als Rentner für die Einnahmen aus der PV-Anlage Krankenkassenbeiträge bezahlen, wenn Deine Einnahmen aus Betriebsrenten, PV Einnahmen u.s.w. den Freibetrag von ca. 150.- Euro/Monat übersteigen.

Jetzt kommt der Witz:
Du mußt die doppelten Beiträge bezahlen - also die Arbeitnehmer- und die Arbeitgeberbeiträge + Pflegeversicherung;
(Kostendämpfungsgesetz im Gesundheitswesen - Ulla Schmidt + O. Scholz)
Das kostet dann ca. 18 % Deiner zusätzlichen Einnahmen.

Das bedeutet, daß Du als Rentner jedes Jahr ein Schreiben von der Krankenkasse bekommst, wo Du dann Deine Einkommensteuererklärung offenlegen mußt. Die Prüfen dann Deine Zusatzeinkünfte.

Es gibt zwar einen Freibetrag, der momentan bei ca. 150.- Euro im Monat liegt.
Wenn Du da auch nur einen Euro drüber bist, dann mußt Du auf die komplette Summe die Krankenkassenbeiträge bezahlen.

Wer also vorsorgt wird immer "gemolken"....
Das oben genannte Gesetz wurde sogar rückwirkend auf die betriebliche Altersvorsorge angewandt.

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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von 02pete » Mo 29. Apr 2019, 21:20

Hi Alois,
damit
und zwar in voller Höhe, also auch den AG-Beitrag.
gehts doch schon wieder los! Da spart sich der Bürger eine Solaranlage vom Munde ab und schon schlägt der grosse Bruder wieder erbarmungslos zu :L .
MfG
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Stefan » Mo 29. Apr 2019, 21:22

Mathias hat geschrieben:Dachfläche ist zwar vorhanden, aber Ost/West.
Perfekt, wenn du keinen Rundsteuerempfänger kaufen willst sondern bei 70% abregelst macht das bei Ost / West übers Jahr nur ca. 1% aus.
Ob sich da "70 weich", also Messung am Einspeisepunkt über einen Solarlog oder Sunny Home überhaupt noch rechnen würden?

Wenn in beiden Wohnungen Eigenverbrauch realisiert werden soll müsste man einen Zähler abmelden und über einen Zwischenzähler untereinander abrechnen. Mieterstrommodelle innerhalb der Familie halte ich für Unsinn.
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von friedrich » Mo 29. Apr 2019, 21:29

Mathias hat geschrieben:
Was würde eine Anlage kosten und wie funktioniert das mit dem eigenverbrauch?
Schaltet der Wechselrichter um?
Geht das überhaupt, 2 Wohnungen zu versorgen?
Kosten:

Meine Anlage hat 1300.- Euro/KWp gekostet; - sollte jetzt günstiger sein??

Eigenverbrauch:

Du hast drei Zähler:

1. Produktionszähler - am Wechselrichter; - Der mißt die Gesamtmenge, die Deine Anlage erzeugt;

2. Zweirichtungszähler: (das sind zwei Zähler in einem)
2.1 Lieferzähler: - Das ist der Strom den Du einspeißt oder verkaufst;
2.2 Bezugszähler: - Das ist der Strom den Du kaufst;

Wie errechnet sich nu Dein Eigenverbrauch?

Das ist die Differenz aus??

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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von LuckyLuke » Mo 29. Apr 2019, 21:30

DAS war für mich der Grund, davon und von Bürgerwind-Beteiligung die Finger zu lassen.
Wenn ich das mal machen sollte - wenns mit dem Sion was wird - gibts eine Insel-Anlage,
aber sicherlich, ohne staatliche Förderung.
Ich habe sowieso jedes Jahr die ärgerliche Pflicht eine EkStErkl abgeben zu müssen :L :L
Sinnigerweise wissen die Berater für PV-Strom von dieser Regelung wenig bis nix.
Gruß
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von friedrich » Mo 29. Apr 2019, 21:43

LuckyLuke hat geschrieben: Sinnigerweise wissen die Berater für PV-Strom von dieser Regelung wenig bis nix.
Die wissen das schon, evtl. sagen sie es nur nicht;
Das gilt auch für die Beteiligungen an Windstromanlagen.

Ich kenne Leute, die haben Ihre große PV-Anlage, (mit hoher Einspeißevergütung) an den Sohn überschrieben, um in Rente gehen zu können.

Immer wenn der Staat in marktwirtschaftliche Belange eingreift, geht der Schuß meißt nach hinten los.
z.B. Die hohe Einspeißevergütung ist nun eine Bremse für die Elektromobilität.
Auch hier werden wir weltweit wieder das Schlußlicht sein. Die LSV (Ladesäulenverordnung) macht den Anfang.

Amerika erfindets - China kopierts - Deutschland reglementierts;
Wir sind einfach die besten Reglementierer weltweit....


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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Mathias » Mo 29. Apr 2019, 22:50

Hab es mir schon gedacht, das es in diesem Fall kompliziert wird.

Die Idee war, so den Eigenverbrauch zu erhöhen, in dem ich andere mit einbeziehe und die teilweise die monatlichen Kosten mit tragen bis das Ding bezahlt ist.

Da die Herrschaften auch tagsüber ordentlich verbrauchen, kann ich mir gut vorstellen, daß wir zusammen in etwa 50% eigenverbrauch erreichen könnten und wir das nach ca. 8 Jahren (geschätzt)
bezahlt hätten.
Aber wer weiss schon was in 8 Jahren ist und wieviel tatsächlich eigenverbraucht werden kann und wieviel Module nach den doch heftigen stürmen noch funktionieren werden.

Das mit der ladesäule... War heute in der Werkstatt und hab mit dem Besitzer gesprochen.
Der wäre bereit 3 Säulen an der Straße zu errichten.
Nur wenn er die per photovoltaik betreibt, hat er nicht und passt nicht auf das Dach und dann zum Stückpreis von 16000€ + Genehmigung +Anschluss.
Er hat die schnauze voll und überlegt auszuwandern.

150€ Freibetrag? Also mehr als 1800€ pro Jahr Gewinn, davon dann 18% + Einkommensteuer?
Oder 450€ pro Monat?

"Die Rente ist steuerpflichtig, aber nicht alle Rentner müssen Steuern zahlen. Das liegt daran, weil Einkommen bis zur Höhe des Grundfreibetrags steuerfrei bleiben. ... Erst ab dem Jahr 2040 müssen Neurentner 100 Prozent der Rente versteuern."

Juhu, ich bin da voll betroffen... 2041 wenn ich mich nicht irre.
Aber 100% von nix bleibt nix.
Grüße
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