Eure Erfahrung zum Thema Brunnen bauen

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Mathias
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Eure Erfahrung zum Thema Brunnen bauen

Beitrag #19436 von Mathias » Do 2. Aug 2018, 22:29

Hi,

dem ein oder anderen mag es entgangen sein, aber es ist zur Zeit nicht nur extrem heiß, sondern auch extrem trocken.

Der Grundwasserspiegel ist bei uns bereits sehr gesunken. Das weiss ich von einem Bekannten, der hat bereits seit langem einen Brunnen.

Trotzdem überlege ich einen Brunnen zu graben.

Bei uns ist das für Gartenbewässerung okay, nur anmelden (50€) und dann Firma beauftragen und dann wird es teuer.

Wie ist das bei euch?

Kann man, wenn man das Grundwasser erreicht hat, den Rest mit Wasser ausspülen?


Grüße
Mattes

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Bergstrom
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Re: Eure Erfahrung zum Thema Brunnen bauen

Beitrag #19437 von Bergstrom » Fr 3. Aug 2018, 00:20

Hi Mattes,

in Deiner Region könnten nach meinen Info´s viele verschiedene Bodenverhältnisse möglich sein, sandige Böden, Kalkmergel, Tonmergel, Mergellehm, Kalksteinschichten, usw.

Die Möglichkeit mit Wasser ein Bohrloch zu spülen ist eigentlich nur bei reinem Sandboden möglich. Man gräbt durch die Mutterbodenschicht durch und stellt dann ein geschlitztes Kunststoffrohr auf den Boden des Loches. Von oben einen Wasserschlauch bis ganz nach unten einführen und dann spülen. Dabei wird das Rohr nach unten gedrückt. Das Wasser aus dem Schlauch spült den Sand vom Grund des Rohres nach oben, und man kann das Rohr (evtl. immer wieder ein Stück verlängern) weiter nach unten drücken. Natürlich auch den Schlauch immer bis zum Grund des Loches nachführen. Je nach erforderlicher Tiefe und gewünschtem Durchmesser kann man mit Wasser aus der Hauswasserversorgung spülen oder auch die Kameraden von der mutwilligen Feuerwehr zu einer Übung überreden.

Um genauer festzustellen, was bei Dir vorliegt, solltest Du im näheren Umkreis die Bauern fragen, die eine eigene Wasserversorgung haben. Viele wissen ziemlich genau, welche Gegebenheiten dort vorliegen.

Sollte kein Sandboden vorhanden sein, vergiss das Spülen eines Bohrloches.

Weiterhin sollte man die Kosten für die Erstellung und die Erhaltung/den Betrieb eines Bohrbrunnens vorher mit Regenwassernutzung (senkt evtl. sogar die Entwässerungsabgaben) vergleichen.

Ich selbst habe bei mehreren Bohrlöchern für den Betrieb einer Grundwasser-Wärmepumpe meine Erfahrungen gesammelt, allerdings in Mergellehm bis zu 70m tief. Um genauere Details zu erfahren, könnten wir telefonieren (würde hier viele Seiten lang). Schick einfach ´ne Mail.


Gruß von Edmund

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Mathias
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Re: Eure Erfahrung zum Thema Brunnen bauen

Beitrag #19443 von Mathias » Fr 3. Aug 2018, 16:50

Danke für das Angebot, aber daß das spülen nur bei Sand funktioniert reicht mir schon ... da hab ich dann doch ein kleines Problem und muss Kiespumpe und Seilzug zusätzlich kaufen.

Bei uns ist der Boden lehmig und ein paar Stadtteile weiter ist das Wasser Benzol belastet.

Was genau alles im Untergrund wartet, kann ich mir gut vorstellen, denn nach dem Krieg wurden einige Trümmer bei uns im Garten vergraben.
Darum möchte ich ungern jemanden bestellen, sondern selbst mein Glück versuchen.

Grundwasser ist in etwa bei 6-7 Meter zu finden.
Ich wollte gut 15-20 Meter graben.

Unsere Zisterne fasst eigentlich so um die 4500 Liter ... neu abgedichtet nur noch 2000-2500 Liter.
Regentonnen kann ich ungefähr noch 6 stellen ohne das es auffällt, aber wie lange reicht das?
600liter pro Woche nur zum Giessen ... das war im Sommer am Campingplatz und da war schon nicht genug Regen um die Tonnen voll zu kriegen.

Die Zisterne stand seit Januar ungenutzt, die war jetzt voll. Nach dem die Pumpe repariert wurde, nimmt das ordentlich ab.

Deshalb der Brunnen.


Grüße
Mattes

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Re: Eure Erfahrung zum Thema Brunnen bauen

Beitrag #19444 von burns635csi » Fr 3. Aug 2018, 22:22

Es hilft hier zwar niemanden weiter, ich muss jetzt aber trotzdem etwas herumprahlen. :Angel1

In unserem Dorf fließt eine Feldentwässerung durch. Zufälligerweise exakt unter meinem Grundstück mit Zugangsschacht. Selbst in diesen trockenen Zeiten fließen immernoch enorme Mengen Wasser hindurch. Unsere Gartenpumpe läuft ohne Unterbrechung mit ca 2000L/h...... Allerdings bin ich mal auf die Stromrechnung gespannt..... :Paniki

Liebe Grüße Klaus


Atmos DC 30 GSE frisiert.
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Abgastemperatur 95 Grad
CO Messung
:Angel1

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Re: Eure Erfahrung zum Thema Brunnen bauen

Beitrag #19445 von Helmut » Sa 4. Aug 2018, 00:20

Mathias hat geschrieben:.....
Darum möchte ich ungern jemanden bestellen, sondern selbst mein Glück versuchen.

Grundwasser ist in etwa bei 6-7 Meter zu finden.......


Wie wärs mit einem Rammbrunnen? Das dürfte doch bei 7m möglich sein bei den Bodenbeschaffenheiten (mal abgesehen von diversen "Trümmern")?


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Re: Eure Erfahrung zum Thema Brunnen bauen

Beitrag #19449 von Mathias » So 5. Aug 2018, 10:48

Das war unsere erste Idee, aber erstens kommt da nicht so viel Wasser, zweitens halten diese Brunnen nicht sehr lange und drittens wären 6-7 Meter momentan nicht mehr ausreichend.


Grüße
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Re: Eure Erfahrung zum Thema Brunnen bauen

Beitrag #19450 von Helmut » So 5. Aug 2018, 12:08

....... viertens ist es trotz allen drei Punkten die billigste und schnellste Lösung.....

Ich denke mal, es kommt immer darauf an was man damit vor hat. Um den Garten zu bewässern etc... wird es schon ausreichen. Weiter kommt es ja auch auf den Durchmesser an :mrgreen: https://www.youtube.com/watch?v=ETP3bjtyEwA


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Re: Eure Erfahrung zum Thema Brunnen bauen

Beitrag #19451 von Hannes/ESBG » So 5. Aug 2018, 14:11

Ein "Rammbrunnen" bei uns auch "Schlagbrunnen" genannt, ist die schnellste und preiswerteste Art einen Brunnen zu machen.
Wichtig ist vor allem dass es in der wasserführenden Tiefe eine Schotterschichte (Kies) gibt, denn damit ist ein entsprecheder Zulauf gewährleistet.
Die Förderleistung eines gut plazierten Schlagbrunnens kann mit einem gegrabenen Brunnen durchaus mithalten, 2500 bis 3000 L/h sind absolut möglich.

Weiters sollte der Grundwasserspiegel nicht unter 7 m (ab Pumpensaugrohrkante) sein, sonst gibts probleme mit der Pumpe (Ansaugen und Förderleistung).

Um Das Brunnenrohr samt Brunnenspitz (mit den 100 Löchern) in den Boden zu bekommen eignet sich ein Presslufthammer oder ein starker elektrischer Abbruchhammer sehr gut, denn mit einem Schlögel bringt man nichts zuwege und verhaut nur das Rohr.

Wichtig ist auch dass man für die Rohrverbindungen sogenannte "Schlagrohrmuffen" nimmt und diese wirklich gut eindichtet (mit Hanf und Fermit) und fest zusammenschraubt sonst klopft man sie undicht und es gibt immer wieder Probleme beim Ansaugen.



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Re: Eure Erfahrung zum Thema Brunnen bauen

Beitrag #19452 von Helmut » So 5. Aug 2018, 14:29

Mathias hat geschrieben:.......und drittens wären 6-7 Meter momentan nicht mehr ausreichend.


Je nachdem, wie die Sache aussehen soll, könnte man einen dementsprechenden Schacht machen der 1,5m tief ist, und die Pumpe dort hineinstellen. Dann würden die 6-7m ausreichen. Es geht ja um den Grundwasserspiegel!


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Re: Eure Erfahrung zum Thema Brunnen bauen

Beitrag #19453 von Helmut » So 5. Aug 2018, 14:35

Und noch ein Tipp für den Garten,
nicht zuviel gießen! Ansonsten wurzeln die Pflanzen nicht in die tiefe, sondern bleiben mehr an der Oberfläche. Was heißt, sie vertrocknen eher.

Auch ein bspl.: Ich habe bei uns das letzte mal vor 5 Wochen den Rasen gemäht und werde ihn auch erst mähen wenns wieder Kühler wird und Regnet. So extrem ist er gar nicht gewachsen wie ich eigentlich erwartet habe.


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Re: Eure Erfahrung zum Thema Brunnen bauen

Beitrag #19457 von kmvar » Di 7. Aug 2018, 12:23

Wenn dann richtig.
Ist dann aber ein etwas größeres Projekt. ;)

https://www.youtube.com/watch?v=t6vfdLpCF-Y

MbG
Daniel der schon einen auf dem Gehöft hat.


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